Fedora Core 4

Tja, es ist soweit – ich habe einen Umstieg hinter mir, der zwar nicht sonderlich wild war oder ist, aber doch einen Umstieg darstellt.

FC4 läuft seit einigen Tagen bei mir recht anspruchslos, und zeigt einige interessante Neuigkeiten: so gibt es eine native Treiberunterstützung für Intelkarten (wenn auch die Firmware noch immer über Drittquellen nachgeladen werden muss), und auch das Netzwerkmanagement wurde verbessert.
Bis ich allerdings den schicken Netzwerkmanager nativ auch unter KDE nutzen kann, dauert es wohl noch bis FC5, wenn ich das richtig verstanden habe, da zur Zeit noch nicht alle Pakete in FC4 stable sind.
Wer sich aber dennoch interessiert, sollte einen Blick auf diese Anleitung werfen.

Schade, da FC5 erst in 9 Monaten rauskommen soll :/

So oder so aber gibt es weitere kleine Neuerungen, die ich spannend genug finde: denn kat kann bei mir nun problemlos kompiliert werden, und erstellt gerade den ersen Index – ich bin gespannt 🙂
Allerdings bleibt da zu hoffen, dass auch da bald eine Version rauskommt, welche mehrere Suchbegriffe und auch eine Suchleiste im kicker erlaubt.
Aber erst mal sehen, wie die aktuelle Version, 0.5.4, ihren Dienst tut.

Da aber auch nichts perfekt laufen kann, gab es das ein oder andere Problem:
Ein ziemlich abgefahrener Bug verweigerte mir das Installieren von FC4 gleich zu Anfang – ich musste bei der Installations-CD ganz am Anfang, wo man eigentlich nur Enter drückt oder linux text für eine Textinstallation eingibt, erst irgendeinen Müll in die Abfrage eingeben. Erst nach einer folgenden Fehlermeldung konnte ich einfach bei der Abfragezeile Enter drücken, um eine Standardinstallation durchzuführen. Sonst hätte ich einen Kernelpanic bekommen, warum auch immer…

Und der KDE Bug mit den langsamen Inputs ist geblieben – aber mit etwas rumprobieren bin ich dahinter gekommen, dass es mit den ati-Treibern zu tun hat, genauer: mit der Funktion “VideoOverlay”, denn die muss auf off gesetzt und durch “OpenGLOverlay” “on” ersetzt werden.
Seit dem funktioniert es nicht nur bei mir, da mir andere Leute aus dem KDE-Bugzilla ebenfalls Erfolge gemeldet haben.

Es bleibt also spannend auf dem Computer 🙂

Fedora als Stiftung

Wie auf dem Red Hat Summit mitgeteilt wurde, soll Fedora Core, das Linux-Community-Projekt von Red Hat, auf dem die Enterprise-Produkte von Red Hat aufbauen, in eine Stiftung überführt werden.

Dieser Schritt ist natürlich erst mal zu begrüßen, da er gut klingt, wichtiger aber ist die konkrete Ausgestaltung. Schon immer musste sich das Projekt die Kritik gefallen lassen, dass alle nennenswerten Entscheidungen von Red Hat Mitarbeitern getätigt wurden. Die Mitarbeit der Community ist sowieso erst wirklich in Gang gekommen und bemerkbar geworden, seit die Red Hat Server (und damit auch alle Mirror) offiziell und regulär die Pakete der Community mit hostet.

Wenn nun der Scrhritt dazu führt, dass die Entscheidungen etwas stärker Community-geprägt werden, ohne das Red Hat das Interesse an dem Projekt verliert, ist das sicherlich ein guter Weg, der möglich ist und jedem Vorteile verschafft.
Es stellt sich aber auch die Frage, was noch alles möglich ist:

Ein Weg wäre, auch andere auf Fedora aufbauende Projekte mit ins Boot zu holen: so ist Fedora nicht nur die Basis für Red Hat Enterprise, sondern auch für Aurox, welches sich zwar in letzter Zeit immer weiter entfernt, aber im Rahmen von mehr Mitbestimmung durch eine Stiftung vielleicht auch zu mehr Zusammenarbeit bereit wäre. Ebenso bauen viele Produkte direkt auf den Quellen von Red Hat Enterprise auf. Auch hier wäre es einen Gedanken wert, diese Projekte direkt zur Zusammenarbeit einzuladen und mit diesen gezielt an der Verbesserung von Fedora, von Red Hat Enterprise und damit auch der eigenen Produkte zu arbeiten.

Interessant wird allemal, wie der Schritt von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird: Bis jetzt gab es eigentlich nur eine wirklich große, international entwickelte und freie Linux-Distribution, das war Debian. Nun erscheint mit Fedora eine zweite, aber gänzlich anders geführte Linux-Distribution, welche sich als Community-Distribution präsentieren will, aber andere Schwerpunkte und andere Hintergründe aufweist.
Während hinter Debian keine wirklich große Firma voll dahinter steht, ist zumindest zu erwarten, dass Red Hat weiterhin direkt hinter Fedora steht, das Projekt vorantreiben und maßgeblich beeinflussen wird.
Ich bin auf alle Fälle gespannt, wie es weitergeht 🙂

Ach ja, und noch was aus der Ecke Träumereien: Es gibt ja noch weitere Distributionen, die fürher mal auf Red Hat aufbauten, bzw. die aufgrund der Paketstruktur gewisse Ähnlichkeiten mit Red Hat haben. Man stelle sich mal vor, dass z.B. Mandrake oder aber Novell/Suse auf den Zug aufspringt, und seine eigene Distribution dauerhaft auf dem selben Ursprung aufbaut.
Das würde eine enorme Einsparung auf den Seiten der Distributoren und somit einen enormen Gewinn für diese bedeuten.
Hinzu kommt, dass so auch die Kompatibilität leichter gewährleistet werden könnte.

Als großer Nachteil wäre aber zu befürchten, dass sich dann das Lager der Linux-Nutzer in Debian hier und Fedora dort spalten würde.
Nur denke ich, dass man bei solchen Gegenargumenten einfach zu schnell vergisst, dass es weit mehr als zwei Seiten bei Linux gibt: Gentoo, Slackware, LSF, Gobo, Crux, Yoper, Arch, …

Diskussion um Open Source

Die eigentliche Diskussion ist alt, doch flammt sie immer mal wieder auf: kann man mit Open Source Geld verdienen? Und wenn ja, kann man auch innovative Software schreiben?

So absurd manch einem Open Source-Softwarenutzer diese Frage erscheint, so häufig wird sie diskutiert.
Hintergrund ist, dass viele bekannte Open Source Produkte sich unter anderem darauf konzentrieren, schon vorhandene Funktionen und Programme nachzuprogrammieren und zu kopieren, und dass die Philosophie, etwas kostenlos weg zu geben, nicht gerade nach dem großen Geld klingt.

Neuen Wind erhielt die Diskussion jetzt durch ein Interview mit McVoy, dem Chef der Firma BitKeeper, in dem dieser behauptet, dass Open Source Software nicht genug Geld hervorbringen kann, um echte, innovative Software zu erzeugen.
(Kurz als Hintergrund: BitKeeper stellt eine Software her, die es vereinfacht, bei der Entwicklung von Software die unterschiedlichen Entwicklungsstadien des Programms zu verwalten.)
Viele sind sofort auf den Zug um diese Thematik aufgesprungen, und haben ihre Lösungen und Meinungen parat – ich übrigens auch 🙂

Was also ist dran?
Geht man das Interview durch, erscheint vieles sinnvoll. Wie soll es auch schon möglich sein, durch Software Geld zu verdienen, wenn man die einfach weitergibt? Woher soll dann die Innovation kommen, wenn nicht durch Leute, die dafür bezahlt werden?

Ein Beispiel für eine typische Open Source Firma, die keine Innovationen hervor bringe, sei Red Hat. McVoy fragt nach auch nur einer einzigen echten Innovation, die Red Hat hervor gebracht habe.
Dies ist ein interessanter rhetorischer Schachzug, lässt er doch den Unwissenden Leser in dem Glauben, dass es so schon schwierig sei, irgendeine Innovation bei Red Hat zu finden. Des Weiteren nutzt er sich die Möglichkeit, “echte Innovation” selbst frei zu definieren, und gegebenenfalls darauf hinzuweisen, dass bestimmte Innovationen ja nicht echt seien.
Ich bin selbst fast darüber gestoplpert, und habe etwas gezweifelt, in wie weit Red Hat denn überhaupt innovativ sei – ist Red Hat eventuell doch nicht so gut, wie viele glaubten?
Doch der Schein trügt. Red Hat ist zu erst einmal eine Firma, die vor allen Dingen Service-Lösungen anbietet. Red Hats Ziel und auch Nische, in der es arbeitet, hat nicht wirklich viel damit zu tun, völlig neue Sachen zu erfinden, sondern bekanntes sinnvoll umzusetzen, stabil zu präsentieren und Support zu leisten – nichts anderes tut Red Hat, und das sogar sehr gut.
Außerdem muss man Red Hat zu Gute halten, dass sie parallel durchaus ihr Produkt weiter entwickeln – SELinux, eine spezielle Sicherheitsfunktion für Linux, die von der NSA entwickelt wurde, wurde erstmals von Red Hat sinnvoll in eine Linuxdistribution eingebaut. Auch arbeiten viele Red Hat Entwickler am Kernel, am GCC und an anderen Open Source Projekten mit. Es ist da zwar häufig eine Arbeit an bestehenden Produkten, um diese zu erweitern und zu verbessern, aber das macht diese Arbeit ja nicht schlechter.
Eine ganz andere Innovation, auf die ich erst durch einen Slashdot Kommentator gekommen bin, ist RPM. Es heißt nicht umsonst Red Hat Package Management.

Doch hier könnte McVoy argumentieren, dass das alles nicht wirkliche Innovationen wären, dass das alles nichts real neues gewesen wäre (womit er in Teilen Recht hat, was aber die Frage aufwirft, was dann seine Firma wirklich innovatives hervorbringt).

Um dem aber eine nächste Art von Open Source Firma entgegen zu setzen, bediene ich mich einer anderen, europäischen Firma: Trolltech.
Trolltech entwickelt Entwicklungsumgebungen und Programmbibliotheken für die Programmiersprache C++, und ist damit sehr erfolgreich.
Dort findet ständig neue Innovation statt, denn darum geht bei dem Geschäftsbereich der Firma: Entwicklung neuer Dinge, um diese wieder an den Kunden zu bringen.
Dabei werden diese neuen Dinge unter anderem auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, die dieses wiederum nutzt, um damit z.B. KDE zu programmieren.

Allgemein aber muss ich zu der ganzen Diskussion sagen, dass ich nicht glaube, dass die echten Innovationen immer nur aus Firmen kommen: die meisten Innovationen, die wirklich bahnbrechend neuen Sachen kommen aus den Köpfen irgendwelcher Leute – wo diese sitzen, ist unterschiedlich.
Viele von ihnen schaffen es vermutlich nicht einmal, genug Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erzeugen, bzw. anderen Leuten klar zu machen, was sie da erfunden haben, weswegen vermutlich die meisten Neuerungen wieder in der Versenkung verschwinden.
Einige andere wenden sich an Firmen oder Institute, um über die Innovation zu reden, und wieder einige andere versuchen auf eigene Faust, ihre Ideen teilweise umzusetzen, um so andere darauf aufmerksam zu machen, und mit diesen weiter zu arbeiten und die Idee auszubauen.

Welcher Weg der Beste ist, sei dahin gestellt – aber es gibt auf beiden Seiten gute Beispiele, die zeigen, dass beide Wege funktionieren.
Deswegen sollte man mit McVoy vorsichtig umgehen, denn es scheint eher so, als wenn er einfach in der Presse bleiben und seine Firma bekannt machen möchte. Das sollten wir ihm nicht gönnen 😉

Repositories

Kategorie: Open Source Software

Tja, so langsam bekomme ich noch mein eigenes Repository.
Während ich warte, dass Rex Dieter von KDE-RedHat wieder genug Zeit hat, sich fremder und damit meiner Pakete zu widmen, sammelt sich doch das ein oder andere Bischen Software bei mir an.

Da sei zum Einen dar und kdar genannt: beide habe ich mittlerweile für Fedora Core 3 verpackt, und dabei ist bei dar sogar das Paket dar-devel mit entstanden.
Und ich muss gestehen, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann, warum dar bisher auf keinem anderen Repository verfügbar ist, denn unwichtig ist das Paket nicht gerade, wenn man Datensicherung betreiben will…

Als nächstes hat sich dann bei mir kyum eingenistet – ich habe mit dem Autor einige Mails ausgetauscht, wodurch ich auch erfahren habe, dass kyum sehr stark entwickelt wird, und da noch das ein oder andere Feature in Zukunft zu erwarten ist 🙂
Dass dieses Programm keinen Eingang in Fedora Core oder Extras finden wird, ist eigentlich klar, da Fedora doch sehr Gnome-zentriert ist.
Aber es wäre eine gute Ergänzung für kde-redhat, denke ich.

Ein Programm, dass ich noch gar nicht getestet habe, ist der Wireless Assistant – doch verspreche ich mir davon relativ viel, wenn ich das nächste Mal in Reichweite mehrerer WLANs komme.
Verpackt ist es ebenfalls, und es wartet auf das Einpflegen in die kde-redhat Repositories…

Zu guter Letzt bleibt dann da noch der KDM-Thememanager, ein sehr nützliches kleines Programm, weil es auf schöne Art und Weise den Login-Bildschirm verändern kann, und sich auch gut in das Kontrollzentrum von KDE einfügt.

Und da ich nicht aufhören werde, weitere Programme für KDE zu packen und bereit zu stellen (spätestens für mich), habe ich wohl bald mein eigenes Software-Repository zusammen, und werde eigene Server mieten müssen…
Naja, vielleicht auch nicht, eher werde ich Rex anschreiben, dass er mich in den CVS Zugang etwas einweist 🙂