Neues am Horizont

Kategorie: KDE

(Ja, mir fehlen die alten Kategorien 😉 ).

Wie der geneigte, imaginĂ€re Leser weiß, vermisse ich unter KDE vor allen Dingen Distributions-unabhĂ€ngige Programme, welche mir eine einfache Konfiguration meines Systems bieten.
Sicher, es gibt einige Möglichkeiten und AnsĂ€tze, aber wer mal ksysv gestartet hat, der weiß, dass es mehr AnsĂ€tze sind als alles andere.
Somit ist dies ein Thema, was mich immer etwas im Hintergrund beschÀftigt.

Ein anderes Thema, was mich zur Zeit stark einnimmt, sind Such-Werkzeuge fĂŒr den Desktop. Bekanntlich wurde die Schlacht darum erst so richtig von Google eingeleitet – es folgten Werkzeuge von Yahoo, Microsoft, der Telekom und anderen.
Linux blieb dabei etwas im Hintergrund, was mich damals sehr enttĂ€uschte – statt zu zeigen, dass dieses Feld auch mit Open Source erschlossen werden kann, gab es kaum ernstzunehmende AnsĂ€tze auf diesem Gebiet.

(Dabei bin ich mir der Tatsache Bewußt, dass mich niemand davon abhĂ€lt, etwas eigenes zu starten, nur kann ich das nicht, und setze deswegen meine FĂ€higkeiten in anderen Bereichen in Sachen Open Source ein.)

Aus dieser Ausgangssituation heraus war ich sehr neugierig, als ich plötzlich zwei neue Programme auf KDE-Apps entdeckte: Kat und Guidance.
Das erste der Beiden hat sich das Ziel gesetzt, eine Desktop-Suche fĂŒr KDE anzubieten, das zweite Projekt will KDE um Systemwerkzeuge erweitern – ein doppelter Volltreffer quasi.

Zwar hatte ich vorher einige Desktop-Such-Versuche mit Beagle gemacht, und mein System ordentlich mit den Distributions-Werkzeugen verwaltet, doch waren die jeweiligen Ergebnisse unbefriedigend oder gefielen mir schlicht und einfach nicht.

DemgegenĂŒber stehen nun die beiden KDE-Projekte, welche sich mehr als nur gut anhören:
– guidance wird sich in kcontrol einbetten und soll eine einfache, KDE-native und vollstĂ€ndige Systemverwaltung gewĂ€hrleisten
– kat wird auf KDE-eigene Strukturen zurĂŒckgreifen (kfiles) und spĂ€ter vielleicht sogar ein KIO Slave werden

Wenn ich also etwas weiter plane, habe ich dann demnÀchst einmal KDE-Werkzeuge, um die Anzeigeeigenschaften, die Partitionsverwaltung, die Nutzerverwaltung und die Systemdiensteverwaltung zu erledigen.

Außerdem kann ich als normaler Nutzer meinen Desktop untersuchen und mich dabei darauf verlassen, dass die Dateien Ă€hnlich dursucht werden, wie ich es tun wĂŒrde unter KDE.
Außerdem, ausgehend davon, dass sich dass Programm dann durchsetzen wird, werden weitere native KDE-Anbindungen geschaffen, mit denen ich z.B. bei der Suche auch die Digikam-Metadaten (wie Zuordnung der Bilder zu Gruppen) und Kopete-Logs durchsuchen kann.

Tja, der einzige dunkle Schatten bei der Sache ist, dass ich Guidance nicht bauen kann, weil das dafĂŒr benötigte PyKDE noch nicht gegen KDE 3.4 gebaut werden kann, und dass ich Kat nicht testen kann, weil das eine sqlite3 Datenbank braucht, die ich unter Fedora Core 3 noch nicht habe – bleibt es also, abzuwarten, welche Lösungen sich da ergeben, alles von mir getestete brachte noch nichts verwertbares zu Tage…

Kleine Wunder: der vlc

Ich möchte der Tradition meines alten Weblogs folgen, und die Reihe kleiner Wunder fortsetzen: sie sollen kleine Wunder der (Open Source) Software vorstellen, die zwar nichts ĂŒberragendes wie ein Betriebssystem oder eine Office-Suite darstellen, die aber in ihrer kleinen Nische nahezu unschlagbar sind, und das Leben eines Jeden erheblich vereinfachen können.

Den Anfang mache ich in diesem Weblog mit dem vlc, dem Videolan Client (Wikipedia-Artikel, Homepage).
Dieser wurde Ende der Neunziger Jahre von einer Gruppe französischer Studenten unter der GPL entwickelt und ist hochgradig portabel: er lÀuft unter Windows, Linux, BeOS, MacOS, etc., und kann nahezu jedes bekannte Format abspielen.

Wenn auch das Interface recht hÀsslich ist, so ist die Funktionsvielfalt gewaltig: neben nahezu allen bekannten Videoformaten kann der Player auch Streaminginhalte bereit stellen oder empfangen.
Und er bringt die zum angucken verschiedenster Formate benötigten Bibliotheken selbst mit – das umstĂ€ndliche Runterladen und Zusammensuchen von Codecs entfĂ€llt.

Dies sorgt dafĂŒr, dass ich mittlerweile jedem Rechner, vor dem ich sitze und den ich einrichten soll (und das sind nicht wenige), diesen Player aufpsiele und den Leuten kurz erklĂ€re, was das ist.
Denn irgendwann werden sie von Freunden oder anderen Wesen eine CD mit Filme in einem obskuren Format bekommen, und der Player wird sie abspielen können. Und das ist viel wert.

Außerdem bietet der Player die Möglichkeit, die Windowswelt um ein weiteres StĂŒck Software zu erweitern, welches bei einem Umstieg auf andere Plattformen nicht fehlen wĂŒrde….