Shutdown

Die letzten Befehle werden eingetippt, das letzte Update läuft durch … ich checke noch mal, ob alles übertragen wurde … der letzte Blick in die Einstellungen, die Konfiguration …
Dann: der letzte Login, das letzte mal prüft der Server, ob der Nutzer dies auch darf, Schlüssel werden getauscht, ein Login gewährt.

Still wartet ein weißes Kästchen auf die Eingabe, wie so häufig … es folgt ein su –, ein Kennwort wird verlangt und gegeben, und wieder wartet das weiße Kästchen.

Es war eine lange, schöne Zeit, mit vielen Höhen und für mich extrem viel Erfahrung – und doch, auch dies muss mal ein Ende haben…

shutdown -h now

Treu ergeben führt er diesen Befehl aus, der ihn selbst der Stille übergeben wird – ein letztes aufheulen der Festplatten, ein letztes mal wird der Prozessor ausgelastet, als alles für eine lange Ruhephase zurecht gemacht wird.
Dann schaltet sich der Strom ab.

Der Lüfter dreht sich immer langsamer, dem unausweichlichen Stillstand entgegen, und damit herrscht im Flur das, was dort schon seit einem halben Jahr nicht mehr herrschte: Stille.

Damit verabschiedet sich mein treuer Server, Freund des Backups und der Massenspeicherung, Testfeld für meine ersten Erfahrungen mit CentOS und Rechenknecht.

In diesen Tagen gibt es für mich viele Abschiede, und auch wenn ich diesen Text über den Server geschrieben habe, ist mir das eigentlich egal, dass der eingemottet wird. Es gibt andere Abschiede, die bedeutend schwerer fallen, nur fehlen mir dort wie Worte…:-/