Der perfekte Linux-Desktop

Tja, es ist mitten in der Nacht, ich sollte längst im Bett sein, aber ich habe noch einige Gedanken, die noch raus müssen…

Es geht dabei um den perfekten Linux-Desktop, so wie ich ihn mir wünsche.
Ich habe schon des Öfteren einige Komponenten beschrieben, welche gut aussehen müssten, doch sollte auch mal das Bild insgesamt betrachtet werden

Der perfekte Linux-Desktop

Punkt 1: Konfigurierbarkeit

Der Linux-Desktop sollte schnell und einfach konfigurierbar sein – dazu gehört unter anderem, dass die Werkzeuge, mit denen ich auf die Konfiguration zugreife, erstens weitestgehend vollständig sind, und dass sie alle ebenfalls grafisch gestützt sind.
Es muss also für die allermeisten Konfigurationen eine grafische Oberfläche geben, die im besten Fall auch auf allen Linux-Distributionen gleich aussieht.

Dazu gehört die X-Konfiguration ebenso wie die Samba-Konfiguration, die eines Web-Servers und eines ssh-Servers, ein Partitionsmanager, etc. Auch die Softwareverwaltung sollte ohne die Konsole auskommen können.

Andersherum sollte es möglich sein, jede Konfiguration auch vollständig ohne laufenden X-Server zu tätigen, also ohne grafische Oberfläche. Dieses Feature ist bei den allermeisten Programmen allerdings eh schon gegeben🙂

Punkt 2: Softwareverwaltung

Wie schon häufig geschrieben, ist es unter Linux ein leidiges Thema, sich neue Software zu besorgen – allzuoft merkt man, dass man am Unix-Dreisatz nicht mehr vorbei kommt.

Wege wurden hier genug vorgestellt, sie laufen alle auf das Gleiche hinaus: ich als Nutzer will nicht zu viel mitbekommen von dem, was passiert. Ich möchte nur ein Paket sehen, das anklicken können, und dann soll eine Installationsroutine starten. Diese fragt mich dann, ob ich das Paket (wenn möglich) nur als Nutzer oder als Root (empfohlen) installieren will.

Im Hintergrund wird dabei der im Paket enthaltene Pfad zur Aktualisierungsquelle abgefragt und in die Softwareverwaltung eingetragen. Wenn nötig, werden zu dem Pfad auch Anmelderoutinen und Anmeldeinformationen (Login und Passwort, Schlüssel, etc.) gespeichert, falls es sich z.B. um ein Paket eines proprietären Software-Herstellers handelt.

Das System schaut nun selbstständig regelmäßig in allen angegebenen Pfaden nach den angegebenen Dateien und sucht nach Updates – wenn welche vorhanden sind, werden natürlich nur die relevanten Informationen übertragen (“Delta-Updates”). Und sollte es eine Möglichkeit auf eine völlig neue Version geben, informiert mich meine Softwareverwaltung darüber, und gibt mir die Option, entweder nur meine jetzige Version zu behalten, oder die vollständig neue einzuspielen.

Punkt 3: Usability

Alles oder nichts: Der Nutzer darf nicht damit verwirrt werden, dass er CD’s mounten muss, und wenn er auf die CD-Auswurf-Taste drückt, muss wenigstens auf dem Bildschirm ein Fenster erscheinen mit einem Knopf, um das Laufwerk freizugeben.

Der Desktop muss also nicht nur im Rahmen der Menüführung nach Usability abgeklopft werden, sondern auch insgesamt bei der Reaktion auf Systemereignisse, beim Anbieten von Hilfeseiten und beim Darstellen von Informationen. Und das sollte gründlich geschehen, damit der Nutzer nicht mit sinnlosen Nachrichtenfenstern konfrontiert wird, die er eh nur bestätigt, um weiter zu kommen.

Er muss Skripte aus dem Konqueror heraus mit einem Doppelklick ebenso öffnen können wie er Dateien so anschauen kann. Bei den Skripten ist es ja nicht schlimm, Warnungen auszugeben, wenn diese plötzlich aus einem vorher vom System sauber eingegrenzten Bereich herausgehen, und z.B. Suchfunktionen oder Netzwerkverkehr starten wollen. Nur muss das Doppelklickgefühl erst mal da sein, keinem Nutzer sollte zugemutet werden, eine Konsole öffnen zu müssen, wenn der es nicht will.

Punkt 4: Dateimanagement

Eigentlich mein Lieblingsthema: der Nutzer sollte keine Zeit mit der Sortierung von Dateien verlieren, dafür sind Maschinen da. Zentrale Rolle sollte deswegen nur eine Abfrage sein, in die ich eingebe, was ich brauche, und die mir die Antwort dann auch prompt liefert – und sei es als Suchmaschine. Google kann das, warum nicht der Desktop?

Dieses Interface darf dabei auch nicht auf suchen beschränkt sein, sondern muss das Werkzeug beim öffnen, suchen und speichern sein. Erst dann ist es mit dem lästigen hinterlegen von Informationen und Ordnen von Ordnern vorbei. Erst dann kann man sich gemütlich zurücklehnen, und endlich einfach arbeiten.

Außerdem sollte es heutzutage kein Thema mehr sein, dass für kleinere Dateien ganze historische Übersichten entstehen, wann wie welche Datei aussah, und wie die jeweilige Änderung zwischen Version x und Version z aussieht – wenn die Wikipedia das kann, warum nicht dann auch der Desktop?

Schlusswort

Ich sage nicht, dass diese Liste vollständig ist, aber sie macht schon mal einen guten Anfang – so, und wer programmiert das Ganze jetzt für mich? Ich kann es leider nicht:-/