Smart Package Manger

Immer auf der Suche nach einer Lösung der leidlichen Installationsfrage bei Linux bin ich nun auf ein Programm gestoßen, dass zwar noch in der Entwicklungsphase ist, aber interessante Ansätze mit sich bringt:

Der Smart Package Manager ist ein Frontend, dass die Paketverwaltung übernimmt und dabei mit den Distributionseigenen Werkzeugen arbeiten kann. Dazu gehört, dass er sowohl mit rpm als auch mit dpkg umgehen kann, und dazu gehört auch, dass er auf verschiedenste Paketquellen wie die von Yum, urpmi, apt/rpm, abt/deb, etc. zurückgreifen kann.

Das vollständig über Kommandozeile nutzbare Programm bringt auch eine grafische Oberfläche mit, was gerade Anfängern den Umgang mit einem solchen Programm vereinfacht.
Ebenso gibt es bereits erste Zusatzprogramme wie z.B. ein Systemtray-Applet, das über verfügbare Updates informiert.

Die theoretischen Vorteile des Programms liegen laut der Aussage der Entwickler darin, dass es Abhängigkeiten deutlich besser auflösen kann als viele andere Werkzeuge, da deren Algorithmus für sehr einfache Strukturen ist, der von SmartPM aber auch komplexe Abhängigkeiten erledigen kann. In wie weit sich dieser Vorteil in der Praxis allerdings auswirkt, ist eine andere Sache.

Die praktischen Vorteile gegenüber dem von mir sonst genutzten Yum liegen vor allen Dingen in der Geschwindigkeit des Programms: Während Yum recht lange braucht, um einen Arbeitsschritt durchzuführen, arbeitet SmartPM deutlich schneller und kann nebenbei auch noch mehrere Dateien gleichzeitig runterladen.

Hinzu kommt, dass einige Funktionen bereits in der grafischen Oberfläche nutzbar sind, und nicht erst in den Konfigurationsdateien in der Kommandozeile: so ist man nur einen Mausklick davon entfernt, Pakete vom Update auszusperren, Pakete zu “downgraden” oder aber Prioritäten bei Paketquellen zu setzen.

Was zur Zeit noch fehlt, aber verhältnismäßig leicht implementiert werden könnte wäre eine Im- und Exportfunktion für Paketquellenkonfigurationen.
Auch fehlt mir zur Zeit noch die Möglichkeit, reine FTP-Verzeichnisse als Quellen anzugeben. Auch wenn das erfordern würde, dass man ganze Verzeichnisse lokal spiegelt, wäre das in einigen Fällen doch sehr nützlich.
Ebenso würde es sich als nützlich erweisen, wenn SmartPM die Möglichkeit mitbringen würde, Updates erst einzuspielen, wenn z.B. der X-Server neu gestartet wird, der Rechner neu bootet, oder ähnliches.

Würde SmartPM dann auf Dauer noch ein eigenes Paketformat zur Installation mitbringen und das für alle Distributionen verfügbar machen, wären wir alle Glücklich.😉
Wer sich für die Thematik allerdings etwas mehr interessiert, sollte mal einen Blick auf das Projekt autopackage werfen, dass einen sehr vielversprechenden Eindruck macht – wenn ich auch leider bisher von noch niemanden gehört habe, der es wirklich nutzt:/
Eventuell schreibe ich dazu später mehr, da autopackage einige sehr interessante Funktionen mit sich bringt🙂

So oder so aber ist SmartPM sicherlich einen Blick wert, gerade für Jene, denen bis jetzt keine grafische Oberfläche für ihre Distribution so richtig gefallen hat, oder die häufiger mit Abhängigkeiten zu kämpfen haben, die sich eigentlich lösen lassen würden, wenn die Programme intelligent genug wären🙂