Was wird Google tun?

Die Bemühungen Microsofts, das Betriebssystem mit der Desktop Suche und damit auch mit MSN zu verzahnen, werden auf kurz oder Lang Früchte tragen.

Bald werden die meisten neuen Computernutzer nicht mehr googlen, sondern msen. Nicht, weil msn den besseren Service bieten wird, sondern einfach, weil es schon von vornherein dabei sein wird, und weil die meisten Menschen sich keine Gedanken darum machen, was sie wie nutzen, und wer dahinter steckt.

Microsoft wird also auch hier, schleichend und mit nur geringem Aufwand den ehemaligen Branchenprimus aus dem Markt und in den Ruin drängen.
Nicht, dass mir Google Leid tun würde, ist mit Google doch immer gerne und schnell dabei, für Regierungen anstandslos und ohne Hinweise zu filtern.
Doch mich beunruhigt die zunehmende Marktmacht Microsofts in allem, was mit digitalen Informationen zu tun hat.

Durch die zunehmende Verbreitung von MSN wird das Ende der Wikipedia mit sich bringen, die dort faktisch nicht in den Suchergebnissen auftaucht – typisch Microsoft eben.
Dadurch wird Microsoft nicht nur die Infrastruktur der Masse, sondern auch die Informationen der Masse liefern, wie üblich, ohne nennenswerte Konkurrenz.

Nicht, weil keine Konkurrenz da ist, sondern weil die Menschen lieber in einen bequemen goldenen Käfig als in die unbequeme Freiheit gehen.

Was aber wird Google tun? Noch sind sie Branchenprimus, noch haben sie die nötige Marktmacht, Veränderungen zu bewirken, und sich in fremden Bereichen fest zu setzen.
Doch es geschieht nicht wirklich etwas konkretes, umfangreiches.

Sicher, es gibt eine Verzahnung mit dem Firefox, und ja, es gibt da Google Mail und noch ein Bildbearbeitungsprogramm und die erste Desktop Suche.
Doch das sind alles Dinge, die schnell von Microsoft aufgeholt werden – und das, ohne dass Microsoft kämpfen muss.

Was ist, wenn demnächst die Desktop Suche mit dem SP3 für Windows XP auf nahezu jedem Windows XP Rechner eingespielt wird? Was ist mit Microsofts eigenem Bildbearbeitungsprogramm?

Google muss also innovative Neuerungen bringen, und sich damit auf dem Rechner fest setzen – eher gestern als heute, da Microsoft schneller nachziehen kann, als allen anderen Beteiligten lieb ist.

Was ich mir wünsche, wäre, wenn Google “gut” werden würde, und sich mit der OpenSource Community um ein komplettes, Googleisiertes Betriebssystem bemühen würde (hey, ich darf auch Träume haben, klar?).

Da das nicht passieren wird, kann ich Google nur empfehlen, eine Art Google-Pack für Windows-Computer anzubieten, was diese dann flächendeckend mit Google-Programmen eindecken wird (Firefox, Bildbearbeitung, Suchmaschine, etc.).
Wenn dies zeitgleich mit Windows Longhorn oder Windows XP SP3 kommt, hätte Google sogar eine kleine Chance – aber die Chance wird um so größer, je mehr Google anbietet: wenn bei dem Google-Pack dann noch eine Google-Büro-Suite dabei wäre, könnten sich die Chancen vergrößern.
OpenOffice oder KOffice für Windows sollten deswegen langsam aber sicher in Googles Blickfeld wandern…