Das Wikipedia-Prinzip

Wie der imaginäre Leser vielleicht mitbekommen hat, arbeite ich selbst an der Wikipedia mit und bin auch ein Verfechter der Wikipedia als ernstzunehmende Enzyklopädie.

Da ist es schon eine Zerreißprobe, wenn plötzlich ein mir sehr nahestehender Mensch sagt, dass man ja keine Informationen aus der Wikipedia nehmen dürfe, da könne ja jeder mitschreiben.
Ich bin fast durch den Telefonhörer gestiegen…

Nun gut, aber bevor ich meinen Frust gegen unwissende Loslasse, möchte ich vorherdoch ein paar gute Argumente zurecht legen, und für solche Sachen dient mir ja mein Weblog🙂

Prinzip Informationssuche:

Wenn man, egal wie, wo, und worüber, Informationen sucht, heißt das in einer Informationsgesellschaft vor allen Dingen, dass man Informationen zusammen trägt und filtert.
Wichtig ist dabei, dass man mit diesen Informationen kritisch umgeht, und sich Diskussionen über die Thematik anschaut.
Man kann keiner einzelnen Quelle Glauben schenken – niemand ist unparteiisch, und hinter jeder Informationsfreigabe steht auch eine Motivation, die dazu führte – diese sollte man wenigstens in den Grundzügen kritisch betrachtet haben.

Die gegenwärtige Lage:

Bei vielen Quellen ist es nahezu unmöglich, heraus zu finden, welche Intention, welche Motivation und welche Beweggründe zur Preisgabe der Informationen in der Art geführt haben. Bei den meisten Seiten im Internet lässt sich höchstens erahnen, was der Autor damit verfolgte, bei kommerziellen Anbietern kann man nur hoffen, dass diese halbwegs unparteiisch handeln, nicht zu viel Eigenwerbung verbauen, und ihre Konkurrenten nicht zu weit ins Hintertreffen rücken.
Wer wissenschaftlich arbeitet, weiß, wie sehr viele Autoren ihre eigenen Ziele verfolgen, und so weit gehen, wissenschaftliche Bücher mit höchst zweifelhaften Informationen zu füllen. In einigen Fachbereichen ist es schwer, zwei Bücher zu finden, die halbwegs stimmig sind.

Die Wikipedia:

Die Wikipedia liefert als eine der ganz wenigen Internet-Quellen die Möglichkeit, die Entstehungsgeschichte eines Artikels zu einem Thema bis zum Anfang zurück zu verfolgen. Auch ist es möglich, nachzusehen, in welchen anderen Bereichen die Autoren einzelner Artikel tätig sind und waren.
Hinzu kommt, dass man jede zu dem Thema gemachte, relevante Diskussion einsehen und durchlesen kann – dies hat den Vorteil, dass man durch das komplette Lesen eines Artikels in der Wikipedia meist alle relevanten Standpunkte und Sichtweisen dargelegt bekommt – anders an in den meisten anderen Informationsquellen heutiger Zeit.

Der einzige Nachteil der Wikipedia ist, dass man nie weiß, ob man nicht gerade einen Blick auf eine Seite wirft, die vor 2 min. verschandelt wurde – aber da zu einem echten Suchen nach Informationen auch dazu gehört, dass man in der Wikipedia wenigstens kurz einen Blick in die letzten Änderungen wirft, ist auch dieses Problem hinfällig.
Allerdings wünsche ich mir ab und zu ein kleines Hinweisfeld, welches mir sagt, wann die letzte Änderung war…🙂